Die gedeckte Zinsparitäten Theorie
Grundsätzlich wird unter dem Terminkurs der Preis eines Assets bzw. einer Währung verstanden, der sich nicht auf dem Spotmarkt, sondern auf dem Terminmarkt ergibt. Bei Termingeschäften fallen, wie wir bereits gehört haben, das heutige Verpflichtungsgeschäft und das Erfüllungsgeschäft, in unserem Fall der Austausch der Währungen auseinander. Da die Durchführung bereits heute verbindlich vertraglich zugesichert wird, spricht man bei Terminkäufen/ respektive -verkäufen von „unbedingten Termingeschäften". Sie unterscheiden sich von bedingten Termingeschäften, wie beispielsweise Optionen, die nur ausgeführt werden, falls bestimmte Bedingungen wie das Übersteigen eines bestimmten Kurses erfüllt sind.
Man unterscheidet bei den unbedingten Termingeschäften Forwards und Futures. Dabei ist der Forward nicht standardisiert. Forwardkontrakte werden am Freiverkehrsmarkt ausgehandelt; in der Regel zwischen zwei Finanzinstituten bzw. zwischen einem Finanzinstitut und seinen Kunden. Futures hingegen sind standardisiert bezüglich Währung, Betrag und Laufzeit. Anders als Forwards werden Futures an der Börse gehandelt. Ein weiterer wichtiger Unterschied besteht darin, dass im Gegensatz zu den Forwards bei einem Großteil der Futures NICHT zu einer Lieferung bzw. Andienung des Underlyings kommt. Sie werden vielmehr vor Fälligkeit glatt gestellt. Man stellt einen Future glatt, indem man die Gegenposition einnimmt.
t: Terminkurs (1 Jahr)
K0: Anlagebetrag
ri: sicherer Zins im Inland
ra: sicherer Zins im Ausland
Wir wollen den Anlagebetrag K0 sicher anlegen. Dazu haben wir zwei Möglichkeiten, die bei Arbitragefreiheit zu den gleichen Resultaten führen müssten: Entweder wir legen das Geld im Inland sicher an, oder wir kaufen die Fremdwährung, kaufen im Ausland die sichere Anleihe und kaufen auf Termin wieder Euros. Bei beiden Strategien tragen wir KEIN Risiko, da die Anlage sowohl im Inland als auch im Ausland sicher ist und wir mit Hilfe des Termingeschäfts vermeiden können, dass wir das Wechselkursrisiko tragen müssen. Wir werden jetzt die Endwerte der äquivalenten Anlagestrategien gleichsetzen und auf diesem Wege die „gedeckte Zinsparitätentheorie" herleiten. Der sichere Rückfluss bei der Anlage im Inland ist:

und bei der durch das Termingeschäft abgesicherten Anlage in die ausländische Anleihe ergibt sich der folgende sichere Rückfluss:

Bei Arbitragefreiheit sollten äquivalente Positionen gleichwertig sein und zu den gleichen Rückflüssen führen. Es sollte also gelten:

K0 kürzt sich raus, so dass wir umstellen können zu:

Wenn man auf beiden Seiten minus 1 subtrahiert erhält man:



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