Gliederung | Drucken | Weiterempfehlen | Bookmark
Gliederung:
1. Entscheidung unter Risiko
1.1. Bernoulli-Prinzip
1.2. Risikoaversion und Risikoprämien
1.3. Entscheidung bei Risiko
1.4. Maße der Risikoaversion
1.5. Ausfallprämien
1.6. Empirische Wertfunktion
1.7. Mü-Sigma-Prinzip
2. Markowitz
2.1. Der zwei Aktien Fall
2.2. Das CAPM
2.3. Performance Maße
2.4. Ein- und Mehrfaktormodelle
2.5. Aktives PF-Management
3. Optionen
3.1.1 Optionspreisschranken
3.1.2 Die Put-Call-Parität
3.2. Optionsbewertung
3.2.1 Bernoulli-Verteilung
3.2.2 Binomial-Verteilung
3.2.3 Das Black und Scholes Modell
3.2.3.1 Die Normalverteilung
3.2.3.2 Der Wiener Prozess
3.2.3.3 Der Aktienkursprozess
3.2.3.4 Aktienkurssimulation
3.2.3.5 Die Black-und-Scholes-Formel
3.3. Die Greeks
3.4. Tradingstrategien mit Optionen
3.5. Neuere Entwicklungen zur Optionsbewertung
4. Termingeschäfte
4.1. Devisen- und Zinsoptionen
4.2. Caps
4.4. Floor und Collar
4.3. Swaps
4.5. Futures und Forwards
5. Zinsänderungsrisiken
5.1. Die Duration
5.2. Key Rate Duration
5.3. Zinsimmunisierung
6. Maße des Ausfallrisikos
6.1. Value at Risk
6.2. Lower Partial Moments
6.3. Stochastische Dominanz
Diese Seite einem Freund empfehlen:

Empfänger eMail Adresse


Dein Name


abschicken
Browser Bookmark
eMail
Passwort

Ein- und Mehrfaktorenmodelle

Die Berechnung der Zusammenstellung des supereffizienten Portfolios ist delegierbar. Schließlich sollte im Gleichgewicht die Zusammensetzung für alle Marktteilnehmer die gleiche sein. Sie ist unabhängig vom Anlagevolumen und der individuellen Risikopräferenz. Letztere hat nur Einfluss auf das Mischungsverhältnis von risikoloser Anlage und dem supereffizienten Portfolio. Allerdings bedarf die genauer Zusammenstellung des SEP eines sehr großen Schätzaufwandes.

Das kann man sich anhand eines kurzen Zahlenbeispiels verdeutlichen: Bei 100 Wertpapieren ist es bereits nötig, 5150 Parameter für die Zukunft zu schätzen:
100 erwartete Renditen
100 Varianzen und
0,5· 100 · (100-1) = 4.950 Kovarianzen

Also insgesamt:

100 + 100 + 4.950 = 5.150 Schätzgrößen!

Das ist eine sehr umfangreiche Aufgabe, die man besser jemanden überlassen sollte, der über die entsprechende Rechenpower verfügt.

Als mögliche Vereinfachung bietet es sich an, die erwartete Rendite der Wertpapiere mithilfe so genannter Single- beziehungsweise Multifaktormodelle zu schätzen. Ein bekanntes Single-Index Modell ist beispielsweise das CAPM. Der eine Faktor, auf den die erwartete Rendite zurückgeführt wird, ist das wohl bekannte Beta. Leider liefert das CAPM in der Empirie keine besonders guten Schätzwerte für die zukünftigen Aktienrenditen. Vor diesem Hintergrund erstaunt es sehr, wie erfolgreich das Modell ist. 70% der größten amerikanischen Aktiengesellschaften bedienen sich des CAPMs, um ihre Eigenkapitalkosten zu schätzen. Denn die erwartete Rendite des Kapitalmarktes ist aus Sicht des Unternehmens gleichbedeutend mit seinen Eigenkapitalkosten. Das CAPM und Erweiterungen des CAPMs, wie zum Beispiel das Tax CAPM, werden auch in Rechnungslegungsstandards zur Unternehmensbewertung empfohlen.

Ein Multifaktormodell, das empirisch zwar relativ gute Prognosen liefert, dafür aber theoretisch nicht ganz sauber fundiert ist, ist das Dreifaktorenmodellen von French und Fama.

Mit Hilfe eines Single-Index Modells kann man auch die Kovarianz-Varianz-Matrix schätzen. Als erstes muss dafür die Annahme getroffen werden, dass man die Rendite eines Wertpapieres i mit Hilfe einer linearen Regression auf die Marktrendite rm erklären kann.


Wenn es möglich ist, die Rendite des Wertpapieres mit Hilfe dieses einen Risikofaktors zu erklären, dann ergibt sich die erwartete Rendite des Wertpapieres zu:


Außerdem kann man jetzt, die Kovarianz zwischen 2 Wertpapieren i und j mit Hilfe der Streuung der Marktrendite und den Betafaktoren der beiden Wertpapiere bestimmen. Um das zu zeigen, bediene ich mich zunächst der Definitionsgleichung für die Kovarianz:



Einsetzen der Formel für die erwarteten Renditen der beiden Wertpapiere ergibt:






In der letzten Gleichung habe ich die Definitionsgleichung der Varianz benutzt. Die Kovarianz zwischen zwei Wertpapieren ist also nicht anderes als das Produkt ihrer Betafaktoren und der Varianz der Marktrendite. Mit Hilfes eines Single-Index-Modells (SIM) läßt sich offensichtlich die Komplexität bei der Berechnung einer Kovarianz-Varianz-Matrix ganz erheblich reduzieren. Dadurch wird auch der Schätzaufwand im Rahmen der klassischen Portfoliooptimierung stark reduziert. Statt wie bisher 5.150 Schätzgrößen benötigen wir beim Fall mit N=100 Wertpapieren jetzt nur noch 302 Schätzgrößen:
100 erwartete Renditen
100 Betafaktoren
100 Varianzen der Wertpapierrenditen sowie
die erwartete Markt- (bzw. Faktor-) Rendite und
die Varianz der Marktrendite.

 

Performance Maße | Aktives PF-Management

 
Literaturverzeichnis
+ Finanzierung und Investition
   
(Lutz Kruschwitz, 2007, Oldenbourg, 355)
+ Finanzwirtschaft der Unternehmung
   
(Perridon/ Steiner, 2007, Vahlen, 284-289)
+ Professionelles Portfoliomanagement
   
(C. Bruns, F. Meyer-Bullerdiek, 2003, Schäffer-Poeschel, 81-85)